Die virtuelle Besichtigung ersetzt den Termin vor Ort selten, macht ihn aber gezielter: Interessenten sehen Räume, Zuschnitt und Zustand vorab und kommen nur noch, wenn das Objekt wirklich passt. Am meisten bringt die Kombination aus 360°-Rundgang für die Vorauswahl und persönlicher Besichtigung für die Entscheidung.
Was ist eine virtuelle Besichtigung?
Ob eine virtuelle Besichtigung oder ein Vor-Ort-Termin sinnvoll ist, hängt vom Objekt und vom Interessenten ab – meist ist die Kombination aus beidem am sinnvollsten. Bei einer virtuellen Besichtigung bewegen sich Interessenten am Bildschirm oder in einer VR-Brille durch die Immobilie. Grundlage ist ein 360°-Rundgang aus Rundumaufnahmen aller Räume. Der Interessent bestimmt Tempo und Blickrichtung selbst und kann den Rundgang beliebig oft wiederholen.
Vorteile der virtuellen Besichtigung
- Rund um die Uhr verfügbar, ohne Terminabsprache
- Ortsunabhängig: ideal für Interessenten, die zuziehen oder weiter entfernt wohnen
- Vorauswahl: Wer feststellt, dass Grundriss oder Zustand nicht passen, fragt keinen Termin an
- Rücksicht auf Bewohner: Eigentümer und Mieter müssen seltener ihre Türen öffnen
- Gemeinsam ansehen: Paare und Familien können den Rundgang zusammen und mehrfach anschauen
Was nur der Termin vor Ort leistet
Gerüche, Geräusche, die Nachbarschaft, das Gefühl beim Betreten eines Hauses – vieles lässt sich nur vor Ort erleben. Auch Details wie Feuchtigkeit, Zustand der Fenster oder die Lautstärke der Straße prüfen Käufer zu Recht persönlich. Und für viele Menschen gehört der persönliche Eindruck zu einer so großen Entscheidung einfach dazu.
Die beste Lösung: beides kombinieren
In der Praxis bewährt sich ein zweistufiges Vorgehen. Zuerst sehen Interessenten Fotos und Rundgang online und sortieren sich selbst vor. Zur Besichtigung vor Ort kommen dann diejenigen, die ernsthaft interessiert sind – gut vorbereitet und mit konkreten Fragen. Für Makler bedeutet das weniger Termine mit höherer Abschlusswahrscheinlichkeit.
Und die VR-Brille?
Eine Zwischenform ist die VR-Tour in der Meta Quest 3: Im Maklerbüro oder beim Interessenten sehen sich Käufer mehrere Objekte in kurzer Zeit an, mitten im Raum und in echter Größe. Angefahren werden danach nur noch die Immobilien, die infrage kommen.
Wann lohnt sich die virtuelle Besichtigung besonders?
- Bei vermieteten Objekten, in denen jeder Termin mit den Mietern abgestimmt werden muss
- Bei vielen Anfragen, etwa für gefragte Wohnungen
- Bei Interessenten aus anderen Regionen
- Bei Ferienimmobilien und Objekten mit ungewöhnlichem Grundriss
- Bei Neubauprojekten mit fertiger Musterwohnung